Öffentliches Gedenken:


Erich-Kuttner-Straße

 

 

 

 


Erich Kuttner wurde am 27. Mai 1887 in Berlin-Schöneberg geboren. Er besuchte das Gymnasium in Berlin und studierte in Berlin und in München. 1909 legte er die 1. Juristische Staatsprüfung ab. Von 1909 bis 1910 Rechtsreferendar. 1910 bis 1912 Sekretär beim Bund der technisch-industriellen Beamten. Ab 1912 Schriftsteller. Von Juli 1913 bis März 1915 Redakteur der "Volksstimme" in Chemnitz. März 1915 bis April 1916 Kriegsteilnehmer (Schwerkriegsbeschädigter). Von 1916 bis 1922 Redakteur und von 1922 bis 1933 ständiger Mitarbeiter des "Vorwärts" in Berlin. 1918 Mitbegründer und Vorsitzender im Hauptvorstand des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. Im Januar 1919 war er einer der Organisatoren und Leiter des "Regiments Reichstag" zum Schutze der sozialdemokratischen Reichsregierung, die sich gegen den Aufstandsversuch der jungen KPD und Teilen der USPD widersetzte. Kuttner gehörte von 1921 bis 1933 dem Preußischen Landtag an. 1922/23 Redakteur der Wochenschrift "Die Glocke"; seit November 1923 Redakteur im J. H. W. Dietz-Verlag und von Januar 1924 bis Juni 1927 Redakteur der satirischen Zeitung "Lachen Links". 1924 bis 1933 gehört er dem Reichsausschuss des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold an. Nach Machtantritt der Nazis emigrierte Kuttner in die Tschechoslowakei, nach Frankreich und nach den Niederlanden. 1936/37 war als Pressekorrespondent in Spanien und nahm am spanischen Bürgerkrieg teil. Er kehrte in die Niederlande zurück, lebte ab 1940 in der Illegalität. Im April 1942 von der Gestapo in Amsterdam verhaftet und nach Deutschland gebracht. Über mehrere Stationen kam er zuletzt in das KZ Mauthausen, wo er am 6. Oktober 1942 angeblich "auf der Flucht erschossen wurde". Kuttner ist Verfasser zahlreicher literarischer und politischer Schriften (u.a. "Klassenjustiz", 1912) und eines autobiographischen Kriegstagebuchs
("Von dort marschierten sie ... ", 1916).